Als Salzburg zu Bayern gehörte
17. Februar 2010Die österreichische Großstadt Salzburg war im Frühmittelalter einmal bayrisch. Aus dem 5. Jahrhundert ist die Existenz eines Klosters im Salzburger Land bezeugt, das wahrscheinlich die Zeit der Völkerwanderung überdauerte. Der Bischof Rupert erhielt im Jahre 696 die Reste einer alten Römerstadt in der Nähe des Klosters von Herzog Theodo II. von Bayern geschenkt. Seine Aufgabe war es, das Land im Osten und Südosten zu missionieren.
Er erneuerte das Salzburger Kloster, dem der Namen Sankt Peter gegeben wurde. Darüber hinaus gründete er das Benediktinen-Frauenstift Nonnberg. Der Name Salzburg ist erstmals im Jahr 755 nachweisbar. 739 wurde die Stadt Sitz des Bischofs und 774 der erste Dom fertig gestellt. 798 erhob Papst Leo III. Salzburg auf Bitten des Frankenkönigs Karl des Großen zu einem Erzbistum. Als Kirchenprovinz umfasste es beinahe das komplette altbairische Stammesgebiet. Dazu gehörten damals Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz und ein Großteil des heutigen Österreich.
Salzburg im Hochmittelalter
Der Erzbischof und somit auch Stadt und Land Salzburg standen im Investiturstreit zwischen Papst und Kaiser im 11. und 12. Jahrhundert zum Großteil auf Seiten des Papsts. Der damals vom Kaiser ernannte Erzbischof war jedoch dem Kaiser und dem Papst verpflichtet. Sogar der Erzbischof Gebhard bekannte sich trotz eines früheren Amtes als Reichskanzler zu Papst Gregor VII. und später zum Gegenkönig Rudolf von Schwaben. Er wurde aus diesem Grund von Heinrich IV. wegen Untreue vertrieben.
Der Kaiser Friedrich Barbarossa verhängte im Jahre 1166 die Reichsacht über Salzburg. Erzbischof Konrad II. von Babenberg hatte zuvor die Herrschaft über Salzburg ohne eine kaiserliche Belehnung angetreten und außerdem Papst Alexander III. und nicht den kaiserlichen Gegenpapst unterstützt. 1168 brannten die Grafen von Plain die Stadt im Auftrag des Kaisers als Strafe nieder. Hierbei wurden auch sechs Kirchen und der Dom zerstört. Der Erzbischof Konrad III. von Wittelsbach und sein Nachfolger bauten infolgedessen nach 1181 den Dom neu auf. Der neue Dom war größer als der heutige Salzburger Dom und besaß fünf Türme. Er gehörte zu den bedeutendsten und größten Kirchen nördlich der Alpen.
Dem Erzbischof Eberhard II., gelang es zwischen 1200 bis 1246, aus Grafschaften, Gerichten und Vogteien innerhalb Bayerns ein geschlossenes erzbischöfliches Herrschaftsgebiet auf zu bauen. Damals erlebten Stadt und Land Salzburg eine für Jahrhunderte nicht mehr erreichte kulturelle und wirtschaftliche Blüte. Man erbaute eine neue Stadtbrücke, erste Brauereien siedelten sich an, die Franziskanerkirche wurde neu errichtet und der Chiemseehof als Residenz der Bischöfe von Chiemsee erbaut. Im Jahre 1275 bestätigte der Landshuter Herzog Salzburgs westliche Grenze zum Chiemgau. Salzburg wurde immer einflussreicher und löste sich immer stärker von seinem Mutterland Bayern.
Die Haupteinnahmequelle von Stadt und Land Salzburg stellte abgesehen vom Bergbau insbesondere die Gewinnung und der Handel mit Salz vom Dürrnberg dar. Ihren Reichtum verdankte die Residenzstadt bis in die Zeit des Hochbarock wesentlich dem „weißen Gold“. Heutzutage ist eine erhebliche Einnahmequelle der Tourismus. Neben zahlreichen Attraktivitäten innerorts nutzen viele Urlauber den Ort und verbringen ihren Urlaub in Ferienwohungen im Allgäu.